Vom Todesstreifen zum Grünen Band

Gut 1.400 km lang, einmal quer durch Deutschland, von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof: So zog sich die Grenze mitten durch das Land. Über Jahrzehnte ein abschreckender und trennender Todesstreifen, entwickelte sich der Grenzverlauf nach dem Mauerfall zu einem beliebten Ausflugsziel und Wanderterrain.

Artenvielfalt durch Abriegelung

Zwischen 1952 und 1989 riegelte die DDR die innerdeutsche Grenze komplett ab. So fürchterlich und lebensverändernd dies für die Bürger Ostdeutschlands war, brachte es aber auch unerwartet positive Effekte für die Natur entlang des sogenannten Todesstreifens mit sich. Über 1.200 Tier- und Pflanzenarten, die zu den gefährdeten Arten zu zählen sind, fanden hier einen Rückzugsraum. 1989 waren es vor allem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Land Thüringen, die dafür sorgten, dass verschiedene Naturschutzgebiete eingerichtet wurden, um dieses einzigartige Ökosystem zu erhalten.

An der Lebenslinie Geschichte ablaufen

So entwickelte sich aus einem Grenzstreifen, der jahrzehntelang mit Leid und Tod verbunden war, ein Grünes Band, welches Tieren und Pflanzen eine Heimat und Menschen ein Erholungsgebiet zum Wandern und Entdecken bietet. Heute kann man so die Grenze ablaufen, entlang der Grenzbauten Geschichte erleben und von unberührten Mischwäldern über Sümpfe und Heiden bis hin zu malerischen Mittelgebirgsabschnitten Natur pur bestaunen.