Urlaub in der DDR: Reisen ohne Reisefreiheit

Ein Städtetrip nach New York oder eine Woche Strandurlaub in Spanien – beides war für Bürger der ehemaligen DDR ein utopischer Wunschtraum. Urlaub war grundsätzlich nur in sozialistischen Ländern, wie zum Beispiel Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn oder eben der DDR selbst möglich. Doch auch dort gab es bekanntlich einiges zu entdecken.

Urlaubsfreuen am Balaton

Während wir heute unseren Urlaub ganz bequem per Internet oder Smartphone buchen, gab es in der DDR nur ein zentrales Reisebüro, das über mehrere Filialen im ganzen Land verfügte. Hier konnten Hotelzimmer oder Campingplätze gebucht sowie Bahn- oder Flugtickets gekauft werden.

Außerdem bestand natürlich die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto selbst auf die Suche nach einer Unterkunft am Urlaubsort zu gehen. In Ungarn zum Beispiel bedeutete das jedoch, lediglich mit einem begrenzten Tagessatz an Devisen auskommen zu müssen – und dieser fiel nicht gerade üppig aus. Das hinderte viele Ostdeutsche jedoch nicht daran, am Balaton die schönste Zeit des Jahres zu verbringen.

Urlaubertausch

Übrigens verfügten viele Betriebe in der DDR über eigene Ferienunterkünfte, wie zum Beispiel an der Ostsee. Zusammen mit Betrieben anderer sozialistischer Länder bestand so mit der Zeit die Möglichkeit zu einem „Urlauberaustausch“. Für eine bestimmte Zahl Betriebsangehöriger bedeutete dies dann zum Beispiel zwei Wochen im tschechischen Riesengebirge – Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge inklusive.

Quelle:

Bayer, Dr. Rolf: Möglichkeiten für Urlaubsreisen der DDR-Bürger ins Ausland. http://research.uni-leipzig.de/fernstud/Zeitzeugen/zz177.htm, abgerufen am 25. September 2015.